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Hinterlassene Spuren

Hinterlassene Spuren

Eine Geschichte über die Freude am Leben und die Stärke einer Gemeinschaft. Die Fotografin Catherine Hyland begann sich für Nordkorea zu interessieren, als sie das Buch „Im Land des Flüsterns: Geschichten aus dem Alltag in Nordkorea“ von Barbara Demick las. Sie begann, an Treffen für nordkoreanische Geflüchtete in London teilzunehmen und erfuhr so, dass der Vorort New Malden im Süden Londons die grösste Gruppe nordkoreanischer Exilanten ausserhalb der koreanischen Halbinsel beherbergt. Sie nahm Kontakt zu dieser Gemeinschaft auf und stiess auf eine Gruppe von Menschen, die das Leben durch Tanzen, Singen und andere gemeinschaftliche Aktivitäten feiern. Dank des Projekts LUMIX Stories for Change konnte sie ein Film- und Fotoprojekt durchdühren, in dessen Mittelpunkt diese Menschen stehen.

Rund 600 nordkoreanische Geflüchtete haben sich in New Malden niedergelassen, um sich ein neues Leben abseits des Regimes aufzubauen. Geflüchtete führen ein kompliziertes Leben, das ständig zwischen damals und heute pendelt. Die Brutalität des Regimes ist unvorstellbar: Hunger, Propaganda, politischer Druck und harte Strafen sind nur einige der extremen Probleme, denen die Menschen vor Ort täglich ausgesetzt sind. Entscheidungen selbst treffen? Fehlanzeige. Einen freien Willen gibt es nicht. Auch nach der Flucht gestaltet sich die psychologische und kulturelle Anpassung aufgrund der extremen Bedingungen, denen die Menschen ausgesetzt waren, oft schwierig. In New Malden bildet die Korean Senior Citizen Society eine Gemeinschaft für diese Geflüchteten. Die Society bietet ihnen einen Raum, in dem sie Erinnerungen austauschen, sich an verschiedenen Aktivitäten beteiligen und Kurse besuchen können. In ihrem Film- und Fotoprojekt dokumentiert Hyland die Mitglieder dieser Gesellschaft und erforscht, wie Rituale uns in Zeiten des Wandels und der Vertreibung verbinden.

Gemeinsam mit Gem Fletcher nahm sie Kontakt mit der Korean Senior Citizen Society auf, einer von Freiwilligen geleiteten Gruppe, die im Hinterzimmer eines karitativen Geschäfts untergebracht ist. Die Mitglieder, meist ältere Menschen, kochen und essen gemeinsam. Sie organisieren die unterschiedlichsten Aktivitäten, vom Englischunterricht bis zu Kursen für traditionelle koreanische Musikinstrumente. Es gibt Chorproben und traditionelle Tänze. Die Gemeinschaft ist für die älteren Mitglieder sehr wichtig, denn sie bietet ihnen ein sicheres Umfeld und die Möglichkeit, Traditionen aufrechtzuerhalten sowie ihre Hoffnungen und Träume für die Zukunft zu teilen. Mit dem Projekt wollte Hyland Stereotypen und Vorurteile über die Menschen in Nordkorea und ihr Leben hinterfragen.

Anstatt sich auf das Negative und die Traumata zu konzentrieren, die mit dem Leben unter dem nordkoreanischen Regime verbunden sind, wollte sie lieber etwas Ermutigendes schaffen. Deshalb beschloss sie, auch die Rituale zu thematisieren, weil sie die Menschen an ihre Heimat und aneinander binden. Sie arbeitete mit einem Übersetzer zusammen, der ihr Menschen und Orte vorstellte, die sie sonst nicht kennengelernt hätte. Weil sie sich die Zeit nahm, sich die Geschichten der Menschen anzuhören, gewann sie das Vertrauen der Gemeindemitglieder. Für dieses Projekt hat sie mehrere Filme gedreht und sogar eine Produktion im Studio durchgeführt. Der Dreh im Studio war für Hyland ein ganz besonderer Tag. Gemeinsam mit ihrem Bruder, dem Bühnenbildner Danny Hyland, und dem Kameramann Jorge Luis Dieguez bereitete sie eine Bühne vor, auf der die Mitglieder der Tanztruppe auftreten und ihre Gefühle ausdrücken konnten.

Hyland zufolge gab dieser Studiotag den Gemeindemitgliedern neue Kraft, denn sie hatten das Sagen: Sie sollten nur ihre Lieblingstänze aufführen. Im Rahmen des Projekts verwendete Hyland die LUMIX S1R mit einem LUMIX 24–105-mm-Objektiv und die LUMIX S1 mit einem LUMIX S PRO 50-mm-Objektiv. So konnte sie problemlos zwischen Foto- und Filmaufnahmen wechseln.

LUMIX Stories for Change ist eine Kooperation zwischen LUMIX und dem British Journal of Photography, die Veränderungen durch das Medium der Fotografie vorantreibt.

Catherine Hyland

Catherine Hyland

Catherine Hyland ist eine in London niedergelassene Künstlerin. Im Mittelpunkt ihrer Aufnahmen stehen Menschen und ihre Verbindung zu dem Land, in dem sie leben. Ihre Arbeiten, die sich hauptsächlich auf Landschaften konzentrieren, haben ihre Wurzeln in der Vorstellung von künstlicher Erinnerung, Rastern, Eingrenzungen und nationaler Identität.

Ihre grossformatigen Bilder zeigen die Versuche der Menschheit, ihre Umwelt zu zähmen – manche erfolgreicher als andere. Eine Beobachtung, die zu künstlerischer und kommerzieller Reichweite geführt hat, mit Ausstellungen in Einrichtungen wie der Focal Point Gallery in Southend für das Programm RADICAL ESSEX und Arbeiten beim Month of Photography Los Angeles, dem Renaissance Photography Prize, der National Portrait Gallery, der Royal Photographic Society, LES MAGASINS GÉNÉRAUX, Somerset House, Design Museum in London, ICA & MAC in Birmingham. Hylands aktuelle Projekte beleuchten die Versuche der Menschheit, die Natur zu zähmen und zu verändern – sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart.

Catherine Hyland

British Journal of Photography

Das British Journal of Photography ist die am längsten bestehende Fotozeitschrift der Welt. Das monatlich erscheinende Magazin würdigt Fotografinnen und Fotografen, die das Medium regelmässig neu erfinden und zeigen, wie es unsere Sicht auf die Welt prägt. Von ausführlichen Reportagen bis hin zu den täglichen Leitartikeln, die auf der Website BJP-Online veröffentlicht werden, erforscht BJP die Arbeit von Künstlerinnen und Künstlern, die sich von den ästhetischen Konventionen und Ideologien ihrer Vorgänger gelöst haben. 

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